10. August 2016

Drei auf einen Streich

Ein alpiner Steig, drei urige Einkehrmöglichkeiten, herrliches Bergpanorama und der Alpine Coaster als Belohnung nach dem Abstieg – das sind die Zutaten der Drei-Hütten-Wanderung in Hoch-Imst.

In alten Info-Broschüren für Urlauber bekam diese Tour das Prädikat „liftleichte Wanderwelt“ verliehen. Das trifft es genau auf den Punkt. Entlang der Route müssen praktisch keine Höhenmeter im Aufstieg bezwungen werden. Somit ist die Wanderung für Familien mit Bergerfahrung sehr empfehlenswert. Ein Kriterium wartet gleich zu Beginn. Der Drischlsteig ist gut gesichert, erfordert aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Die weitere Strecke führt über markierte Pfade abwechselnd mit breiten Fahrwegen bergab bis zur Mittelstation. Dazwischen liegen Muttekopfhütte (1.934 m), Latschenhütte (1.623 m) und Untermarkter Alm (1.491 m) – drei ideale Plätze zum Rasten und Genießen.

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Der Start

Den Ausgangspunkt markiert die Bergstation der Doppelsesselbahn am Alpjoch. Auf 2050 Meter Seehöhe beeindruckt die Aussicht – von Ost nach West: auf das Gurgltal, das Tschirgantmassiv, auf Imst und das Inntal, auf die Ötztaler Bergriesen sowie die steilen Hänge von Laggers, Mannkopf und Alpjoch. Am besten genießt man die Naturkulisse vom SunOrama direkt neben der Seilbahnstation aus. Die angenehmen Holzliegen sollten ausprobiert werden.

Die Hütten

Muttekopfhütte: Die erste Station entlang der Drei-Hütten-Wanderung erreicht man nach rund 30 Minuten. Am besten auf die Terrasse setzen und die Aussicht genießen. Kulinariktipp: „Die 3 Guaten“ oder Schlipfkrapen (Details siehe Beitrag „Kulinarisch Wandern“) bestellen – das hat was.

Latschenhütte: Wirtin Waltraud ist das Herz dieser liebevoll geführten Hütte. Bei ihr gilt die Devise: „ Alles frisch und selbst zubereitet.“ Das beweist auch der unverfälschte Geschmack. Die Tiroler Schmankerln wie der süße Hüttenschmarrn sind legendär.

Untermarkter Alm: Hier endet die alpin-kulinarische Wanderung. Daher empfiehlt es sich auf der großzügigen Sonnenterrasse noch ein wenig zu verweilen. Direkt gegenüber befindet sich die Mittelstation sowie der Start des Alpine Coaster. Familien mit Kindern und Wanderer mit müden Beinen wählen am besten den rasanten Weg auf Schienen ins Tal und sammeln während der 3,5 km langen Fahrt fleißig Glückshormone.

Details zu den genussvollen Höhepunkten der Tour finden sich im Beitrag „Kulinarisch Wandern

Adlerhorst: Den ersten Höhepunkt entdeckt man bereits nach wenigen Schritten. Die Aussichtsplattform über steilem Abgrund ist quasi die Mutprobe für den Drischlsteig. Die majestätische Bergwelt lässt die Tiefen aber schnell vergessen.

Drischlsteig: Gleich weiter über den mit Stahlseilen gesicherten Steig bleibt es aufregend und es gibt viel zu entdecken – hier ein paar Tipps:

  • das schroffe Gestein berühren – aber Vorsicht, manche Kanten sind oft scharf wie Messer
  • kaum zu glauben, aber auch an diesem rauen Steinhang wachsen Alpenblumen wie Platenigel (Alpenaurikel) oder Silberwurz
  • jede Kurve und jede bezwungene Kuppe gibt neue Ausblicke frei
  • nach dem Abstieg über die Leiter können sich alpine Schriftsteller und Zeichner im „Steinbuch“ verewigen oder versuchen, die Einträge und Liebesbekundungen früherer Wanderer zu entziffern.

Jägersteig: Egal wie oft man das bewaldete und von Riesen-Felsblöcken gezeichnete Teilstück direkt unterhalb der Latschenhütte durchstreift – es verleiht immer eine eigene Atmosphäre, die etwas mystisches an sich hat. Für Kinder ist der Steig auf jeden Fall ein idealer Platz zum Spielen und Entdecken.

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Die Dauer

Für die traditionelle Strecke ab der Bergstation über Drischlsteig, Muttekopfhütte, direktem Abstieg zur Latschenhütte und weiter zur Untermarkter Alm bei der Mittelstation sollten zwei bis drei Stunden reine Gehzeit eingeplant werden. Mit Fahrzeiten und Pausen: 4-6 Stunden. Die Weglänge beträgt 7,5 km. Als Variante empfiehlt sich die Route über den Plattigsteig (Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich) und das Narrenkreuz. Hierfür müssen rund 30 bis 45 Minuten dazugerechnet werden. Die Belohnung – ein großartiger Panoramablick am Narren.