08. August 2017

Einmal ist nicht genug

Erfahrungsbericht von Rosanna Battisti

3.535 Meter lang ist die Strecke der längsten Alpen-Achterbahn in Hoch-Imst. Die Fahrt birgt Suchtpotenzial. Bei jedem Male gibt es schließlich neue Highlights zu entdecken.


Die erste Fahrt:

Es kribbelt ein bisschen im Bauch, als ich in den schnittigen Flitzer einsteige. Die Nervosität steigt, ich warte gespannt, bis die Ampel endlich auf „Grün“ springt. Vor dem Start lese ich noch das Hinweisschild: Abstand halten! Ich frage mich, ob ich mit dem Wagen überhaupt so schnell unterwegs sein werde.




Dann geht’s los:

500 Meter Höhenunterschied meistere ich mit dem Coaster in wenigen Minuten. Es wird schnell rasant, ich bremse lieber ein bisschen. Hoffentlich kommt mein Hintermann nicht sofort daher! Ich fahre über Brücken und lege mich – ganz furchtlos – in die Kurve. Passieren kann mir natürlich nichts, die Rodel sind mit der Schiene fest verankert. Trotzdem habe ich das Gefühl, ein bisschen mitlenken zu müssen.

Schwer beeindruckt
Langsam aber sicher werde ich mutiger: Bis zu 40 km/h schnell sind die Fahrzeuge. Ich rausche durch den Wald und über kleine Wellen, dann in sechs Metern Höhe über eine lange Brücke. Auch im letzten Teil bleibt das Tempo sportlich: Steilkurven und Wellen wechseln sich ab.


Jetzt folgt das letzte Highlight,

der neue Kreisel. Mein fahrbarer Untersatz macht mit mir eine 450-Grad-Drehung und das in anfangs zehn Metern Höhe! Ich klammere mich fester an den Haltegriff vor mir, aber da bin ich schon wieder am Talboden angekommen. In einiger Entfernung sehe ich das Ziel: Jetzt schon?

Nach der Premiere steht fest:
Ich will das noch einmal erleben, dann vielleicht schon ein bisschen schneller. Neben meinem Sessellift transportiert ein eigener Lift die Coaster-Schlitten den Berg hinauf: Auch für sie gibt es keine Verschnaufpause.

Eine zweite Fahrt muss sein
Beim zweiten Run traue ich mir gleich mehr zu, ich kenne die Route ja bereits. Auf den längeren, geraden Streckenabschnitten versuche ich mehr Geschwindigkeit zu gewinnen. Konsequent schnell zu fahren, das wage ich aber nicht. Außerdem bin ich nicht alleine am Coaster unterwegs und muss so auf die anderen Fahrer Rücksicht nehmen. Die Jumps machen definitiv zusätzlich Lust: Ich freue mich auf jede Welle und ganz besonders auf den Kreisel am Schluss. Weil ich selbst am Steuer sitze, ist das Vergnügen größer als mit einer normalen Achterbahn.

Vielfahrer haben mehr Spaß!

Resümee: Ich bin noch zwei Mal gefahren. Einmal, weil ich die Strecke wirklich genießen wollte, mit allen Ausblicken und Naturerlebnissen. Und einmal als Abschiedsrunde. Eines steht fest: Ich komme auf jeden Fall wieder - schon bald!

Für Vielfahrer gibt es in Hoch-Imst den praktischen 3er- oder 10-er Block, auf Wunsch jeweils in Kombination mit der Liftfahrt.
Damit steht Wiederholungstätern nichts mehr im Wege.